Bin nun frischgebackene Klassenlehrerin einer netten 7. Klasse. Wir sehen uns in Zukunft häufiger, da ich in der Klasse drei Fächer unterrichte und eine Klassenlehrerstunde zur Verfügung habe. Bin gerade bei der Jahresplanung. Ist alles total aufregend und neu.
Ein Balladenabend mit Autorenportraits, Rezitationen und produktions- und handlungsorientiertem Umgang mit den Bildungsgütern ist bereits beschlossene Sache. Das Fach MUM steuert die Schnittchen bei, damit die geladenen Gäste nicht verhungern. Die Präsentation soll nämlich am nächsten Elternabend stattfinden. Find ich total clever. Das hat allerdings noch Zeit.
Nun überlege ich, ob ein Wochenarbeitsplan Sinn macht. Unsere Schule hat ein reformpädagogisches Profil und ein wichtiger Aspekt soll die Schulung des eigenverantwortlichen Arbeitens sein.
Es würden im Stundenplan Stunden ausgewiesen werden, an denen die Schüler sich aussuchen dürfen, wann sie die gestellten Aufgaben aus den drei Hauptfächern bearbeiten und welche Zusatzaufgaben sie lösen. Einige Kollegen arbeiten nach diesem Muster und sind total angetan. Die Kontrolle soll durch Lösungsblätter und durch ein Rückmeldeformular, das vom Lehrer ausgefüllt wird, gewährleistet werden.
Allerdings sind meine 7er pfiffige Schlamper, denen man meiner Einschätzung nach kontrollierend hinterherrennen muss und die einen belagern, weil sie die Aufgabenstellung nicht gründlich gelesen haben und nun eben gar nicht klar ist…
Was bringt also der Plan? Da kann ich doch gleich „normal“ unterrichten. Dann sag ich die die Dinge wenigstens nur dreimal.
Übrigens hab ich gestern eine fair gehandelte Klangschale aus Tibet für 32 Euro erstanden. Wenn mir das vor einem Jahr jemand gesagt hätte.